Hunderunde extrem

Wie schon hier erwähnt, wird es bei uns immer voller. Heute morgen: Drei Wuschels von links. Neuerdings laufen auf unserem alten Weg drei Briards mit zwei Menschen, die entdecken langsam die wenigen Spaziermöglichkeiten, die es her gibt.
Wirkten etwas angenervt, weil sie ihre drei Fellmonster an die Leine nehmen mussten und weil ich da gerne mal hin wollte und ein bisschen rumgequietscht habe, aber Herrchen ist da nicht sehr nachgiebig. Pah! :beleidigt: Mir doch egal.
Wir könnten angenervt sein. Schließlich laufen wir hier schon seit über acht Jahren, während die sich erst neuerdings hier breit machen :sauer:

Sehr verbunden

Da ist man nur mal beim Onkel Doktor, um sich die all-drei-jährliche Tollwutimpfung abzuholen und die Krallen kontrollieren zu lassen (sehen etwas lang aus), und man kommt mit einem blutigen Verband wieder nach Hause :clap: Der Doc hat nämlich bei einem Nagel ein wenig zu großzügig abgeknipst, und da bei uns Hunden dummerweise das Blut bis in die Krallen fließt hat er das Blutgefäß erwischt :ieek: :kotz:
Als ob ich auf dem Tisch nicht schon gestresst genug wäre. Das hätten meine Menschen auch selbst noch hinbekommen.20140115_110040~01

Ist doch nichts passiert

Neulich sind wir in der “Hohen Ward” (wo diese vier Fotos entstanden), als uns ein Quartett entgegenkommt (zwei Menschen, zwei Hunde). Beide Hunde ohne Leine, ist ja klar. Ein großer Zottel und ein kleinerer, schwarz-weiß getupfter Irgendwas. Eine Hündin. Die kommt erst mal geduckt mit gefletschten Zähnen und angelegten Ohren direkt auf mich zu und fängt direkt an, mich anzumachen. Die fremden Menschen reagieren überhaupt nicht aber Frauchen schreit die Getupfte sofort an und die haut sofort ab. Pah, die hätte ich so was von vermöbelt. Frauchen sagt zu den Menschen, dass sie ihre Hunde ruhig anleinen könnten (wo sie schon nicht gehorchen, wobei die beiden Penner Ignoranten ja nicht mal was gesagt haben), worauf der Mann (grauhaariger Typ mit Fußsack im Gesicht) uns feist angrinst und sagt, dass ja nichts passiert sei. Was ganz sicher nicht sein Verdienst oder der seiner stummen Begleitung war :sauer:

Zu nett

Herrchen ist zu nett. Vorhin haben wir einen anderen Collie an der Ems getroffen, großer Tricolor-Ami-Rüde, sehr zurückhaltend, mit seinem Frauchen. So weit OK. Auf dem Rückweg haben wir sie noch mal getroffen, dieses Mal mit einem anderen Hund (Mischlings-Hündin). Kannten wir von hier, das Herrchen schien immer ganz nett zu sein. Nun sind wir ja an der Ems, und ich gehe doch so gerne ins Wasser. Herrchen weiß das und geht deshalb in einigem Abstand vobei. Die beiden rufen aber und ich laufe hin. Herrchen meinte danach, dass er da schon einfach hätte weiter gehen sollen, aber er ist eben zu nett. Geht also auch hin, und die Mix-Hündin ist gerade im Wasser. Ich die Böschung runter und auch rein, da hilft dann kein Rufen mehr.

Dann die hämischen Reaktion á la “Hähä, die ist aber dreckig geworden.” Herrchen dann “Eigentlich darf sie nicht ins Wasser, sie hat Arthrose in den Vorderbeinen.” Da sagt der alte Knacker doch tatsächlich “Scheiß-Überzüchtung.” Die korrekte Antwort hätte hier laut Herrchen lauten müssen: “Ich geb’ dir gleich “Scheiß-Überzüchtung”!”, aber Herrchen ist zu nett und sagt, dass ich immer zu doll gerannt bin und gebadet habe aber nein, der Knacker meint: “Doch, das ist Überzüchtung, wie bei Schäferhunden.” Hier wäre die korrekte Antwort irgendwas total Unangepasstes gewesen, aber man darf ja leider keine Rentner hauen, meint Herrchen.

“Ich muss jetzt sehen, dass ich den Hund trocken kriege.” hat er dann statt dessen gesagt und ist mit mir schnell weiter gegangen. Den alten Sack hat er jetzt aber auf dem Schirm, das hat er auch gesagt. Herrchen kann nämlich auch ganz anders :keule:

Zuhause hat er mich dann erst mal eine Viertelstunde trocken gefönt :ugly:

Entdeckung der Langsamkeit

Ich bin ein Wachhund. Jetzt ist es raus. Wenn meine Menschen abends mit mit raus gingen, habe ich immer so was von aufgepasst, da durfte echt nichts Außerplanmäßiges (streicht “Außerplanmäßiges”, Anm. d. Übers.) passieren und ich habe mich doch ganz schön aufgeregt.

Dann hat Herrchen im Fernsehen eine Sendung mit Hunden gesehen, die sich auch immer so aufregen, und da war ein Hundeprofi, nämlich der Herr Baumann, der hatte dafür eine Methode: Ganz langsam gehen. Unter Umständen Körperkontakt herstellen, noch langsamer gehen.

Was soll ich sagen: Es funktioniert. Ich rege mich überhaupt nicht mehr auf, seit sich meine Menschen in Zeitlupe bewegen. Ich kann schnuppern, alles hören, habe nicht mehr das Gefühl, dass wir flüchten oder uns beeilen müssen, alles ist ganz ruhig, also auch ich.

Meine Menschen möchten ausdrücklich Herrn Thomas Baumann für diese Anregung danken. Durch den habe ich damals auch gelernt, wie man richtig “aus” macht. Das hat auch sehr gut funktioniert :)

Die tun nichts

Neulich sind wir so am Gassigehen, da kommt ein Mann mit zwei Hunden um die Ecke. Ein Leonberger und ein Schäferhund. Nicht an der Leine. Beide Hunde sehen uns, bzw. mich, und kommen angerannt.

Der Mann ruft “hier”, recht leise und wohl wissend, dass die beiden sowieso nicht gehorchen, und richtig, Leo und Schäfi zucken nicht mal mit den Ohren. Dann ruft er “Die machen nichts” und Frauchen sagt “unsere aber manchmal” und dann keilen die beiden Riesenviecher mich ein und beschnuppern mich. Ich mache das eine Zeit lang (3/10s, Anm. d. Übers.) mit, dann sage ich dem Leo, dass er aufhören soll. Leo grummelt zurück, von wegen, “die machen nichts” und Schäfi grummelt auch und dann sind wir durch die beiden durch. Nix passiert. Herrchen meint, ich solle vielleicht bei Hunden, die doppelt so groß und drei mal so schwer wie ich sind, nicht so frech werden, aber die sind ja zuerst frech geworden.

Frei laufen ist toll, ohne Frage, aber gehorchen sollten die Hunde dann schon irgendwie …

Gerechtigkeit

Gestern im TV: Zwei Brüder (im Folgenden “retardierte Vollidioten” genannt) wurden vor Gericht frei gesprochen, nachdem sie den Piloten eines Verkehrsflugzeuges mit einem illegalen Laserpointer geblendet hatten. Den vom Piloten des Verkehrsflugzeuges gerufenen Polizeihubschrauber versuchten sie ebenfalls zu blenden, was natürlich eine noch wesentlich dümmere Idee war. Vor Ort hieß es dann laut Bericht noch “Da haben wir wohl Scheiße gebaut”, im Gerichtssaal konnte sich anscheinend keiner der beiden mehr daran erinnern, wer denn jetzt den Laserpointer auf das Flugzeug und den Hubschrauber gerichtet hatte, worauf auch die Verteidigung fußte und der Richter “in dubio pro reo” entscheiden musste.

Warum das hier steht? Die beiden hatten angegeben, ihren Hund mit dem Laserpointer ärgern zu wollen.
Der Laserpointer-Experte im TV sagte, dass ein einziger Blick in so einen viel zu starken Laserpointer zur Erblindung führe.

Vorsichtig ausgedrückt fragt man sich: Wie krank im Kopf kann man eigentlich sein? Bzw. wie dämlich? Offensichtlich ist die Skala nach unten offen.

Tierversuche

Leute, die Tierversuche durchführen, sind ja nicht nur die größten, sondern zweifelsfrei auch die dümmsten Arschlöcher auf diesem Planeten. Frauchen hat heute morgen Shampoo ins Auge gekriegt, das hat ganz doll gebrannt. Sie reiben den Tieren also nicht nur die ganzen Chemikalien ins Auge, nein, es kommt nicht mal was Sinnvolles dabei raus.

Rauchvergiftung

Sicher ist es sehr gemütlich, vor oder neben einem lodernden Kamin/Ofen/Kachelofen/whatever zu sitzen.

Für uns abendliche Gassi-Geher ist es schlimm.

In einer Gegend mit vorwiegend Einfamilienhäusern bekommt man bei der augenblicklichen Witterung (viel kalt) manchmal abends keine Luft mehr vor lauter Rauch(geruch). Das lässt einen darüber nachdenken, wie viel Dreck da wirklich allabendlich in die untere Atmosphäre geblasen wird. Als noch nicht jeder jeden Winter raummeterweise Holz verheizte, war die Luft jedenfalls besser. Wenn man jetzt abends wieder rein kommt, riecht das Fell so, als ob man stundenlang am Lagerfeuer gelegen hätte. Und ich muss schon niesen, wenn ein Mensch mit Zigarette vor mir her geht.

Seltsame Geräusche

Heute morgen (-10°) kommen wir vom Gassigang wieder nach Hause, da hören wir ein seltsames Geräusch vor uns.

Ich natürlich erst mal auf Alarmstufe rot, aber dann merke ich, was das ist. Herrchen ist nicht so schnell, denkt erst mal an Elstern oder Krähen oder irgend ein anderes Federviehzeug.

Wir kommen am Spielzeugladen vorbei, davor sitzt ein Hund am Fahrradständer angebunden, mit ganz kurzem Fell, sein Frauchen ist gerade dabei, ihn loszumachen. Sie sagt “Denk nicht mal dran.”, weil sie wohl meint, dass er zu uns böse werden könnte, aber der hat ganz andere Probleme. Er hat nämlich vor Kälte mit den Zähnen geklappert und gleichzeitig geweint, das war das komische Geräusch. Bei Herrchen fiel der Groschen pfennigweise, der kam erst etliche Meter weiter drauf. Mir macht die Kälte ja nichts aus, ich find’s sogar gut, aber für manche Hundekollegen ist das nichts.

Hundehaltertypen: Der Rufer

Man sieht ihn nicht immer, aber man hört ihn: Den Rufer.

Meistens handelt es sich um Halter von Hunden, die nicht gehorchen. Man  hört von weitem Rufe wie “Hier!”, “Komm!” oder “Fuß!”, manchmal sieht man auch einen oder mehrere Hunde unbeschwert über einen Acker tollen, während Frauchen oder Herrchen einen permanenten Strom von Befehlen aussendet. Die Kommandos wechseln, es wird eben alles ausprobiert, was man bei anderen Hundehaltern schon mal als funktionierend gesehen oder gehört hat. Außerdem gilt die alte Touristen-Devise:  “Lautstärke ersetzt Sprachkenntnisse.”

 

Hundehaltertypen: Der Raser

Der Raser ist ein Radfahrer-Hund-Gespann. Meistens (90%)  sind es  mindestens übermittelgroße, schwarze oder wenigstens dunkelbraune Hunde die mit einem Affenzahn (>20km/h) auf uns zu oder hinter uns her kommen. Der Collie als Rasse ist wach- und aufmerksam und laut Rassenbeschreibung “verteidigungsbereit”. Das stimmt. Kommt also so ein Raser direkt auf uns zu, ohne dass der Hund die Möglichkeit hat, zu beschwichtigen oder auszuweichen, dann sieht das wie ein Angriff aus, und Angriffe müssen abgewehrt werden. Was zuerst mal “Bellen” bedeutet. Zum Glück ist der Spuk wenigstens meistens schnell vorbei :)

Hundehaltertypen: Der Bremser

Verwandt sowohl mit dem Wegabschneider als auch mit dem Verfolger. Der Bremser ist der, der vor einem an die Einmündung kommt, dann sein Tempo von ca. 10km/h auf ca. 3km/h drosselt und vor einem her geht. Oder der, der vor einem am Horizont auftaucht und immer näher kommt, obwohl er in die gleiche Richtung geht und obwohl man schon so langsam ist, dass man fast umkippt. Bremser sind die, die jeden Tag fünf Stunden mit dem Hund spazieren gehen. Dabei legen sie allerdings nur 1,5-2 Kilometer zurück.

Hundehaltertypen: Der Verfolger

Der Verfolger taucht irgendwann hinter einem am Horizont auf und nähert sich langsam. Dabei ist es völlig egal, wie schnell man sich fortbewegt. Selbst Geher-Geschwindigkeit oder langsames Joggen verhindert nicht, dass der Verfolger mit seinem Hund näher und näher kommt.

Oft tatsächlich sehr kontaktfreudige Menschen, die zu einem aufschließen wollen, warum auch immer.

Hundehaltertypen: Der Wegabschneider

Wenn man mit mir spazieren geht, möchte man nicht immer andere Hunde treffen. Viele mag ich, vor allem natürlich Rüden :D aber eben nicht jeden.

Die typische Situation für den Wegabschneider ist folgende: Zwei Wege, einer mündet in den anderen, also eine T-Form.
Wir sind praktisch auf dem waagerechten Balken, die anderen auf dem senkrechten. Alle bewegen sich auf die Einmündung zu.
Offensichtlich sieht es so aus, dass man sich nicht trifft, wenn beide sich mit dem jeweils aktuellen Tempo weiter bewegen.

Der typische Wegabschneider fängt dann an zu beschleunigen, und zwar dergestalt, dass er garantiert vor einem an der Einmündung ist. Das bedeutet dann, dass er einem entweder entgegen kommt oder vor einem her geht, beides Dinge, die man problemlos hätte vermeiden können, wenn man sein Tempo beibehalten hätte.

Denn der Wegabschneider will einen weder treffen noch vor einem her gehen. Er will einfach nur als Erster an der Einmündung sein. Meistens Leute mit großen, frei laufenden Hunden.

Mondfische

Zwar kein Blog-Thema, aber immerhin ein Tier-Thema :D
Gestern war im NDR ein Bericht über Mondfische. Das sind hochinteressante, riesige Fische, die in allen Weltmeeren in der Tiefsee leben.

So interessant die Mondfische sind, so schlecht war die “Doku”.

Tierdokumentationen müssen heutzutage anscheinend immer mit maximaler Dramatik ausgestattet werden, das ist das Eine. Außerdem werden sie immer mehr zu Personality-Shows der Filmer. Mal im Ernst: Wer, der sich für Mondfische interessiert, möchte wissen, was der Filmer bei deren Anblick empfunden hat. Wohl keiner. Ich jedenfalls nicht. Ich will auch nicht wissen, ob der Typ Thomas oder Michael heißt.

Dann die Texte: Der Filmer fragt sich, wie so ein “riesiges Stück Fleisch” (der Mondfisch) im Ozean überleben kann. Die Formulierung ist schon mal unterste Schiene und hat in einer ernsthaften Dokumenation nichts verloren. Dann der Satz: “Wie kommt es, dass er nicht von Haien oder Killerwalen gefressen wird?” Soso, “Killerwale”. Selbst der dümmste Nichtforscher sollte mittlerweile mitbekommen haben, dass man nicht mehr “Killerwale” sagt. Man sagt “Orcas” oder “Schwertwale”. Man sagt ja auch nicht “Killerlöwen” oder “Killerbären”. Wenn man nicht gerade ein bekanntes Boulevardblatt ist.

Dann die amerikanische Mondfisch-Forscherin (“weltweit größte (bzw. einzige) Expertin”), die erst im Studium von Mondfischen gehört hat. Das nenne ich mal eine Berufung. Was von Forschern im Allgemeinen zu halten ist, schreibe ich mal nicht.

Man muss aber heutzutage schon froh sein, dass die Mondfische keine niedlichen Namen bekommen haben oder dass am Ende der Sendung kein Mondfisch-Wettessen stattfand :ugly:

Wegen Überfüllung geöffnet

Wie in Schönwetterschnorrer, Spazierwegskaperer und Spazierwegskaperer II – Jetzt wird’s wild schon beschrieben ist unser Standardspazierweg mittlerweile derart überlaufen, dass man fast nicht mehr dort Gassi gehen kann, ohne jemanden zu treffen. Besonders Montag Morgen ist die Parkgelegenheit manchmal so voll mit allen möglichen Autos (sogar aus der gar nicht so nahen Umgebung), dass die ländliche Ruhe vollkommen dahin ist. Das Einzige, was jetzt noch hilft ist antizyklisches Verhalten, also dann zu gehen, wenn noch keiner da ist oder alle schon weg sind. Und selbst das klappt nicht immer.