Wir waren ja in Cholland, dem Hundeparadies. Cholland ist das Paradies für diejenigen, die hierzulande sehr an dem innerstädtischen Leinengebot leiden. Denn da kennt einen ja keiner und man kann seine Hunde nach Herzenslust herumtollen lassen. Überhaupt, wer seinen Hund an der Leine führt, ist sowieso ein obrigkeitshöriger Depp. Hunde haben auch niemals Probleme untereinander, wenn sie sich leinenlos begegnen, das weiß ja jedes Kind. Die machen das nämlich unter sich aus.
An einem Tag war es besonders interessant. Am Strand saß an der Düne ein Pärchen, dessen zwei riesige Mischlinge jeden vorbeikommenden Hund freudig begrüßten. Egal, ob der 200m entfernt am Wasser war oder an der Leine (weil Pflicht).
Ich hatte mein Zerrtau dabei, und wenn ich “mein” sage, dann meine ich das auch.
Das mittelalterliche Ehepaar mit dem goldieartigen Mischling fand aber, dass deren Hund doch mit mir und meinem Zerrtau schön spielen könnte und ließen ihn einfach zu mir hin laufen.
Passiert ist nichts, aber nur weil Frauchen das Tau wegnahm (gemein) und Herrchen den Mittelalterlichen erklärte, dass ich nicht so gerne mit anderen Hunden spiele, die denken, sie könnten mein Spielzeug benutzen.
Die junge Schäferhündin, die mit Bürste auf mich zukam, als wir den Strand verließen und deren Besitzer, die bis auf den Zuruf “könnten sie mal bitte ihren Hund …?!?” so taten, als ginge es sie nichts an, was ihr verbotenerweise freilaufender Hund gerade tat, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.
Es waren übrigens alles keine Cholländer.