Mondfische

Zwar kein Blog-Thema, aber immerhin ein Tier-Thema :D
Gestern war im NDR ein Bericht über Mondfische. Das sind hochinteressante, riesige Fische, die in allen Weltmeeren in der Tiefsee leben.

So interessant die Mondfische sind, so schlecht war die “Doku”.

Tierdokumentationen müssen heutzutage anscheinend immer mit maximaler Dramatik ausgestattet werden, das ist das Eine. Außerdem werden sie immer mehr zu Personality-Shows der Filmer. Mal im Ernst: Wer, der sich für Mondfische interessiert, möchte wissen, was der Filmer bei deren Anblick empfunden hat. Wohl keiner. Ich jedenfalls nicht. Ich will auch nicht wissen, ob der Typ Thomas oder Michael heißt.

Dann die Texte: Der Filmer fragt sich, wie so ein “riesiges Stück Fleisch” (der Mondfisch) im Ozean überleben kann. Die Formulierung ist schon mal unterste Schiene und hat in einer ernsthaften Dokumenation nichts verloren. Dann der Satz: “Wie kommt es, dass er nicht von Haien oder Killerwalen gefressen wird?” Soso, “Killerwale”. Selbst der dümmste Nichtforscher sollte mittlerweile mitbekommen haben, dass man nicht mehr “Killerwale” sagt. Man sagt “Orcas” oder “Schwertwale”. Man sagt ja auch nicht “Killerlöwen” oder “Killerbären”. Wenn man nicht gerade ein bekanntes Boulevardblatt ist.

Dann die amerikanische Mondfisch-Forscherin (“weltweit größte (bzw. einzige) Expertin”), die erst im Studium von Mondfischen gehört hat. Das nenne ich mal eine Berufung. Was von Forschern im Allgemeinen zu halten ist, schreibe ich mal nicht.

Man muss aber heutzutage schon froh sein, dass die Mondfische keine niedlichen Namen bekommen haben oder dass am Ende der Sendung kein Mondfisch-Wettessen stattfand :ugly: