Splitter im Auge /4

Anscheinend wollen die mir das Ding nicht mehr abmachen. Inzwischen geht es auch ein bisschen besser, ich laufe nicht mehr überall gegen. Ich will das aber nicht immer umhaben, es macht furchtbaren Krach, wenn ich schnuppern will, und ich kann nach hinten gar nichts hören.

Das auf meinem Auge ist übrigens eine Nickhautschürze und sieht schlimmer aus, als es ist ;-)

Splitter im Auge /3

Wir sind fast gar nicht mehr zu Hause. Schon wieder sitzen wir bei dem Menschen von gestern. Auf dem Tisch werde ich wieder gepiekt, und alle sind ganz lieb zu mir. Mhm. Ich werde ganz müde…

… was ist das?!? Ich bin nicht bei meinen Menschen und habe was komisches um den Hals. Ich fühle mich scheußlich und habe furchtbaren Durst. Ich kann auch irgendwie nicht richtig sehen, da ist was vor meinem Auge. Wo bin ich hier? Ich will nach Hause!

… jetzt heben sie mich hoch und tragen mich raus. Da sind meine Menschen, Gott sei Dank. Habt ihr was zu trinken dabei?

Und jetzt auch noch autofahren. Alles dreht sich, das ist ja noch schlimmer als sonst. Ich muss mal wieder weinen, ich kann nichts dafür, mir ist auch schlecht.

Splitter im Auge /2

Wir sind mal wieder bei so einem Menschen, wo viele Tiere sind. Der Mensch tropft mir was ins Auge und leuchtet mir rein. Wieder gucken alle besorgt. Was das wohl ist, ich merke gar nichts.

Abends sind wir schon wieder bei einem anderen Menschen, auch hier sind viele Tiere. Der tropft und leuchtet mir auch ins Auge und guckt ganz aufmerksam. Und wieder sind alle besorgt. Hilfe! Was ist nur los?

Abends kriege ich nichts zu essen und nichts zu trinken. Blöd. Ich habe Hunger und Durst.

Kollision

Wir treffen beim Spaziergang einen Hund, er heißt Spikey. Spikey ist genau so alt wie ich, immer nett und rennt mit mir um die Wette. Heute auch, er rennt vor, ich hinterher. Plötzlich steht vor mir ein rot-weißes Ding. Peng, ich voll dagegen. Meine linke Schulter ist ganz taub, mein Bein knickt um, ich falle hin. Mist, was war das denn? Der andere Mensch hört sich ganz aufgeregt an, aber mein großer Mensch nimmt mich auf den Arm und trägt mich nach Hause. Ganz schön weit. Aber irgendwie nett. Der große Mensch spricht in ein kleines Ding und nimmt mich dann wieder auf den Arm. Wir steigen in die fahrende Kiste. Dann kommen wir zu dem Haus, wo immer viele andere Tiere sind. Wir brauchen nicht warten und der große Mensch setzt mich auf den Tisch. Der große Mensch, der immer da ist, wenn wir hinkommen, fühlt meine Schulter und meine Pfote und piekt mich dann zwei Mal. Ich bin wie immer ganz tapfer und quieke nicht. Auf ein Mal werde ich ganz müde. Mein großer Mensch nimmt mich wieder auf den Arm und wir fahren nach Hause.

MDR1-Defekt

Ich habe was, das nennt sich “MDR1-Defekt”. Collies haben das besonders oft, es ist ein genetischer Defekt, der bewirkt, dass ich bestimmte Medikamente nicht so gut oder gar nicht vertrage (s. Milbenalarm).

Ich bin ein minus/minus-Hund (-/-), das heißt, dass ich sowohl den Defekt habe, als ihn auch weitervererben kann :-(

MDR1 führt unter Colliebesitzern immer zu den dollsten Streitereien, denn manche Collieleute wollen das gar nicht wahrhaben, wollen nicht, dass man es einen “Defekt” nennt (“Meine Hunde sind nicht defekt”) und wollen am liebsten, dass über das Thema gar nicht geredet wird, besonders die Züchter und Vermehrer.

Die Menschen nennen so was “Vogel-Strauß-Taktik”. Manche sagen sogar, dass Hunde gar nicht an diesem MDR1-Defekt sterben können und wenn Hunde sterben, dann ist das immer aus einem anderen Grund, aber nie, weil ihre Blut-Hirn-Schranke Sachen durchlässt, die eigentlich gar nicht mit den Nerven im Gehirn in Berührung kommen dürfen, und dass manche Medikamente, wie zum Beispiel Narkosemittel dann vielleicht stärker wirken als sie eigentlich sollen und so weiter und so fort.

Ich habe ja nun erlebt, wie doof es ist, wenn man viele wichtige Medikamente nicht verträgt, und ich meine, dass man da gar nicht oft genug drüber reden kann, damit dieser Defekt mal wieder verschwindet.

Aber gerade die Züchter wollen lieber, dass nicht darüber gesprochen wird, weil sie ja auch schöne minus/minus-Hunde haben, und weil ein schönes Aussehen auf Ausstellungen wichtiger ist als eine stabile Gesundheit und weil man “defekte” Hunde nicht so gut verkaufen oder als Zuchtrüden anbieten kann.

Es werden wieder Collies abgeholt…

Wir sind alle im Garten. Die beiden Menschen sind schon wieder da. Der Futter-Mensch nimmt mich auf den Arm und wir gehen alle rein. Ich muss mal. Die Menschen machen komische Geräusche, der Futter-Mensch holt ein flaches, weißes Ding und legt es auf die Pfütze. Merkwürdig. Die Menschen sitzen jetzt alle vor dem großen Ding mit den vier Beinen und sehen sich flache, weiße Dinger an. Ich vermisse meine Geschwister ein bisschen und muss weinen. Die Menschen machen wieder komische Geräusche, fast wie bellen. Dann hebt der große Mensch mich plötzlich hoch. Wir gehen raus. Der Futter-Mensch sagt noch was und guckt ein bisschen traurig. Die anderen Menschen sagen auch was und dann gehen wir in eine große Kiste. Der kleine Mensch sitzt neben mir, der große Mensch vor uns. Dann bewegt sich die Kiste auf ein Mal ganz schnell. Ich muss wieder weinen. Dann geht es auf ein Mal ganz schnell im Kreis herum, mir wird sofort schlecht. Noch mal im Kreis herum, ich muss brechen. Na toll. Mann, ist mir schlecht. Wenn das so weiter geht …

Zweites Beschnuppern

Die beiden Menschen sind wieder da. Dieses Mal gehen wir alle in den Garten, es ist ganz warm draußen. Sie streicheln mich wieder, aber auch meine Geschwister. Ich bin irgendwann ganz müde. Die Menschen gehen wieder weg.

Erstes Beschnuppern

Wir bekommen Besuch von zwei Menschen, einem großen und einem kleinen. Sie streicheln mich und meine Geschwister und heben uns hoch. Komisch. Zu dem Großen gehe ich hin, meine Schwester Lassie zu dem Kleinen. Sie reden mit dem Menschen, der uns und unserer Mama immer das Futter gibt. Dann gehen sie wieder.